Was ist ein dynamischer Stromtarif?
Bei einem dynamischen Tarif folgt der Energiepreis dem Börsenstrompreis am Day-Ahead-Markt. Der Preis wird für jeden Zeitabschnitt am Vortag festgelegt – und schwankt mit Wind, Sonne und Nachfrage teils erheblich. Mittags kann Strom fast nichts oder sogar weniger als nichts kosten, an Winterabenden ein Vielfaches.
Unternehmen mit registrierender Leistungsmessung (RLM) haben bereits einen Viertelstunden-Lastgang – damit ist ein börsenindizierter Vertrag technisch ohne Weiteres möglich. Kleinere Betriebe brauchen dafür ein intelligentes Messsystem.
Vertragsmodelle im Vergleich
Für wen sich ein dynamischer Tarif lohnt
Entscheidend ist, ob Sie Verbrauch in günstige Zeiten verschieben können – oder ob Ihr Verbrauch ohnehin dann anfällt, wenn Strom billig ist.
- Flexible VerbraucherKühlung und Kälte, Druckluft mit Speicher, Wärmepumpen und Warmwasser.
- E-MobilitätFirmenflotten, die tagsüber oder nachts flexibel laden können.
- BatteriespeicherSeit MiSpeL darf ein Speicher günstigen Netzstrom laden, ohne Förderung zu verlieren.
- Tagesverbrauch mit PVWer mittags viel verbraucht, profitiert von den niedrigen Mittagspreisen.
Weniger geeignet ist ein reiner Spottarif, wenn der Verbrauch starr ist und vor allem morgens und abends anfällt – dann zahlen Sie die teuren Stunden mit.
Erst rechnen, dann wechseln
- 01Lastgang auswertenWann verbrauchen Sie wie viel? Ihr Viertelstunden-Lastgang ist die Basis. Mehr zur Lastganganalyse
- 02Mit echten Börsenpreisen durchrechnenWir legen Ihren Lastgang auf die Börsenpreise vergangener Jahre und vergleichen das Ergebnis mit Ihrem heutigen Vertrag.
- 03Flexibilität bewertenWelche Verbraucher lassen sich verschieben, und was bringt das? Gegebenenfalls mit Speicher. Zur Lastgang-Simulation
- 04Vertrag auswählenFestpreis, Tranche, Spot oder Mischung – wir vergleichen Angebote und behalten Laufzeiten und Kündigungsfristen im Blick.
Achtung ab 2029: Spotpreis und Bestellkapazität
Mit der Netzentgeltreform AgNes bestellen RLM-Kunden ihre Netzkapazität künftig jedes Jahr im Voraus. Wer viel Verbrauch in billige Stunden verlegt oder dann einen Speicher lädt, darf dabei die bestellte Kapazität nicht dauerhaft überschreiten – sonst fressen die höheren Arbeitspreise die Ersparnis auf. Deshalb gehören Tarifwahl und jährliche Lastganganalyse zusammen.
Häufige Fragen
Kann ein Unternehmen überhaupt einen dynamischen Tarif bekommen?
Ja. Für RLM-Kunden gibt es börsenindizierte Verträge, für kleinere Betriebe mit intelligentem Messsystem auch dynamische Standardtarife.
Wie stark schwanken die Preise?
Innerhalb eines Tages oft um mehr als 10 ct/kWh, in Einzelfällen deutlich mehr. Mittags sind negative Preise inzwischen keine Seltenheit mehr.
Ist ein dynamischer Tarif immer günstiger?
Nein. Ohne Flexibilität kann er teurer sein als ein Festpreis. Deshalb rechnen wir vorher mit Ihrem echten Lastgang.
Was passiert mit Netzentgelten und Umlagen?
Sie bleiben unverändert. Dynamisch ist nur der Energiepreis.