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Fachartikel Energiemonitoring

Energiemonitoring für Unternehmen: erst der Bedarf, dann das System

Messgeräte und Software für Energiemonitoring gibt es viele – vom günstigen Zwischenzähler bis zur Industrielösung. Entscheidend ist nicht das bekannteste Produkt, sondern das, was zu Ihren Zielen passt. Wie wir dabei herstellerunabhängig vorgehen, zeigen wir in diesem Artikel.

Monitoring-Bedarf klären

Was Energiemonitoring leistet

Energiemonitoring bedeutet, Verbräuche laufend und möglichst zeitgenau zu erfassen – für den ganzen Standort, einzelne Gebäude, Anlagen oder Kostenstellen. Statt einmal im Jahr auf die Rechnung zu schauen, sehen Sie, wann und wo Energie verbraucht wird.

Herstellerunabhängig

Wir verkaufen keine Hardware und erhalten keine Provisionen. Unsere Aufgabe ist, mit Ihnen das passende System zu finden – und dafür zu sorgen, dass es nach der Installation auch genutzt wird.

Unser Vorgehen: in fünf Schritten zum passenden System

  1. 01
    Bedarf klären: Was wollen Sie wissen?Am Anfang steht keine Produktliste, sondern Ihre Fragestellung: Stromkosten senken, Lastspitzen in den Griff bekommen, Kostenstellen abrechnen oder ein Energiemanagement nach ISO 50001 aufbauen? Dazu prüfen wir, welche Daten schon vorhanden sind – oft liefert der Netzbetreiber bereits einen Viertelstunden-Lastgang, und vorhandene Zähler lassen sich einbinden.
  2. 02
    Messkonzept erstellenWir legen fest, welche Verbraucher und Energieträger gemessen werden – Strom, Gas, Wärme, Druckluft – und wie fein. Meist reichen die drei bis fünf größten Verbraucher für 80 % der Erkenntnisse. Dazu gehören Anforderungen an Genauigkeit (eichrechtskonforme MID-Zähler nur, wo abgerechnet wird), Schnittstellen wie Modbus, M-Bus oder MQTT und die Frage: Cloud oder lokale Lösung?
  3. 03
    Marktüberblick und engere AuswahlErst jetzt schauen wir auf Produkte. Aus dem Markt filtern wir zwei bis drei Systeme, die zu Messkonzept, Budget und IT passen, und vergleichen sie anhand klarer Kriterien. Wir holen vergleichbare Angebote ein.
  4. 04
    Umsetzung begleitenDie Installation übernimmt Ihr Elektrofachbetrieb. Wir stimmen Messpunkte ab, begleiten die Inbetriebnahme und prüfen, ob die Messwerte plausibel sind – etwa durch Abgleich mit dem Hauptzähler.
  5. 05
    Auswerten und handelnEin Monitoring bringt nur etwas, wenn jemand hinschaut. Wir werten die Daten regelmäßig aus, erkennen Auffälligkeiten und leiten konkrete Maßnahmen ab – laufend oder als Projekt.

Beispiele aus dem Markt

Damit Sie ein Gefühl für die Bandbreite bekommen, nennen wir einige bekannte Produkte. Sie sind beispielhaft ausgewählt – keine Empfehlung und keine abschließende Liste. Welches System bei Ihnen passt, ergibt sich erst aus Schritt 1 bis 3.

Einstieg Einfache Zwischenzähler

Günstige Messung einzelner Abgänge, oft mit Modbus. Benötigt meist einen Datenlogger oder eine Software.

z. B. Eastron SDM-Serie, Carlo Gavazzi EM-Serie, Shelly Pro 3EM (nicht für Abrechnung)

KMU-Komplettlösung Messung und Software aus einer Hand

Schneller Start, häufig mit nachrüstbaren Sensoren und Cloud-Auswertung.

z. B. ENIT Agent, econ solutions (econ sens3 / econ4), WAGO Energiemanagement

Industrie Netzanalyse und Power Quality

Hochwertige Messgeräte mit eigener Software, auch für Spannungsqualität und Oberschwingungen.

z. B. Janitza UMG + GridVis, Siemens SENTRON PAC + powermanager, Schneider Electric PowerLogic + EcoStruxure, Phoenix Contact EMpro

Software Energiemanagement-Software

Herstellerübergreifende Auswertung, Kennzahlen und Berichte, z. B. für ISO 50001.

z. B. EnEffCo, InterWatt, JEVis

Genannte Produkt- und Firmennamen sind Marken ihrer jeweiligen Inhaber. Wir stehen mit keinem der genannten Hersteller in einer Geschäftsbeziehung.

Nach diesen Kriterien vergleichen wir

Passung zum ZielLiefert das System genau die Daten, die Ihre Fragestellung braucht?
Offene SchnittstellenModbus, M-Bus, MQTT – lassen sich Fremdzähler einbinden und Daten exportieren?
DatenhoheitWo liegen die Daten, wem gehören sie, was passiert bei einem Anbieterwechsel?
ErweiterbarkeitKann das System mit weiteren Messpunkten, PV, Speicher oder Ladepunkten wachsen?
BedienbarkeitVerstehen auch Nicht-Techniker Dashboards und Berichte?
GesamtkostenHardware, Installation, Lizenzen und laufende Gebühren über mehrere Jahre.

Drei typische Fehler

Hardware zuerst kaufenOhne Messkonzept werden die falschen Stellen gemessen – oder zu viele.
Geschlossene SystemeOhne offene Schnittstellen sitzen Sie bei Erweiterungen fest.
Niemand schaut hinDas häufigste Problem: Daten werden gesammelt, aber nicht ausgewertet.

Häufige Fragen

Brauchen wir überhaupt eigene Zähler?

Nicht immer. Mit RLM-Messung liegt beim Netzbetreiber bereits ein Viertelstunden-Lastgang vor. Für den Einstieg reicht das oft – eigene Zähler lohnen sich, wenn Sie wissen wollen, welche Anlage was verbraucht.

Können vorhandene Zähler eingebunden werden?

Häufig ja, wenn sie eine digitale Schnittstelle oder einen Impulsausgang haben. Das prüfen wir im Messkonzept, bevor neue Hardware gekauft wird.

Arbeiten Sie mit bestimmten Herstellern zusammen?

Nein. Wir sind herstellerunabhängig und erhalten keine Provisionen. Die Auswahl richtet sich allein nach Ihrem Bedarf.

Weitere Themen

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